William Kentridge - Kunst als Waffe

William Kentridge ist der berühmteste Künstler aus Südafrika: weiß, jüdisch und künstlerisch sehr verspielt. Doch kaum ein anderer Künstler hat sich mit seinem Werk so intensiv mit der Zerrissenheit seines Landes und dem Rassismus auseinandergesetzt wie er. Mit seinen Zeichentrickfilmen und Kohlezeichnungen ist er weltberühmt geworden, mittlerweile inszeniert er auch Opern und Liederabende. Kentridge ist ein Universalkünstler, der nie aufhört, sich neu zu erfinden.

Geboren wurde er 1955 in Johannesburg, wo er bis heute mit seiner Familie lebt. William Kentridge ist in einer politischen Familie groß geworden, sein Vater vertrat als Anwalt die bedeutendsten Widerstandskämpfer des Landes, wie Nelson Mandela. Anders als sein Vater Sydney entschied sich William Kentridge jedoch früh für die Kunst. Die Kunst von William Kentridge erzählt die Geschichte eines geschundenen Landes, aber auch die Geschichte von Widerstand, Veränderung und Aufbruch. Alles, was sich ändert ist menschlich notwendig, alles, was festen Strukturen folgt, ist gefährlich. Seine Kunst ist dabei nie abgehoben oder didaktisch. Es geht um selbstvergessenes Spiel und grenzenlose Assoziation. „Mir geht es nie um eine klare Botschaft. Ich sehe meine Kunst als Gegenentwurf zur Aufklärung. Klare Botschaften haben mein Land ins Verderben geführt. Es ist die Vorläufigkeit, aus der sich mein Denken speist.“ Sind die Themen der Apartheid für ihn heute abgeschlossen? „Die Themen sind heute immer noch die gleichen wie damals. Es geht um die Zerrissenheit einer Gesellschaft, um Freiheit, um Selbstbestimmung. Ich habe mich ja immer auf diesem emotionalen Niveau bewegt. Das hat sich nicht geändert. Heute beschäftige ich mich jedoch auch mit Wissenschaft, Physik und mache viel mehr Bühnenstücke als früher. Aber am Ende geht es doch immer nur darum, wie wir mit der Unsicherheit im Leben klar kommen oder auch daran scheitern.“

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