Operieren bis zum Tod – Das Geschäft mit Patienten am Ende des Lebens

Deutschland ist OP-Weltmeister und auch Weltmeister, was die Belegung von Intensiv-Betten betrifft. Operationen am Ende des Lebens versprechen hier noch einmal besonders lukrativ zu sein. Die scheinbare Fehlentwicklung im System, dass Ärzte zunehmend nach ökonomischen Interessen denken und handeln müssen, trifft all jene besonders hart, die sich voll und ganz auf das System verlassen: die Sterbenskranken und ihre Angehörigen. Das Problem heißt: Übertherapie am Lebensende. Ein großer Teil sind die Operationen, aber es geht auch um die Apparatemedizin, die für viel Geld totkranke Menschen am „Laufen hält“ und jeden Tag den Geldbeutel von Ärzten, Kliniken und Pflegestationen klingeln lässt. Knappe 1600 Euro pro Tag kostet die stationäre Beatmung auf einer Intensivstation. Unser Gesundheitssystem schafft falsche Anreize. Übertherapie wird hierzulande honoriert und Leidensminderung bestraft. Dabei sollte es um das medizinisch Sinnvolle gehen. Aber wer entscheidet, was medizinisch sinnvoll ist? Patienten und Angehörige sind meistens überfordert, Ärzte stehen unter enormen Druck die wirtschaftlichen Interessen des Hauses zu erfüllen, ABER möchten natürlich auch helfen. „Sagen Sie mal einem Patienten, dass er es vergessen kann, dass man nicht an eine Heilung glaubt und man nichts mehr für ihn tun könne“, argumentieren die Ärzte. „Das wollen die allerwenigsten Angehörigen und Patienten hören!“ Und in der Tat haben deutsche Patienten sich zu sehr daran gewöhnt, immer älter werden zu können, immer irgendeine Methode zu finden, das Leben doch noch zu retten, eine letzte Möglichkeit zu finden, die heilt und Hoffnung verschafft. Und dafür nehmen sie Schmerzen und qualvolle Behandlungen in Kauf statt sich damit auseinanderzusetzen, auf was es am Lebensende wirklich ankommt: Schmerzlinderung, Lebensqualität und in Würde sterben.

Die Dokumentation möchte herausarbeiten, was sinnvolle und sinnlose Eingriffe und Therapien am Lebensende sind. Wir möchten ein Gefühl für den Zuschauer vermitteln, was eine ethische Herangehensweise an das Thema Tod ist und an welcher Stelle es eindeutig um Gewinnmaximierung von Kliniken, Ärzte und Pflegediensten geht. Dabei wird nicht einseitig verurteilt, sondern das gesamte Gesundheitssystem differenziert analysiert, das den Ärzten oftmals nicht viel Spielraum lässt.

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