Die Chippendales - ein (fast) nacktes Phänomen

2019 werden sie 40 Jahre alt und von Hollywood Legende Ridley Scott fürs Kino verfilmt. Die Chippendales, die erfolgreichste Männerstripteasegruppe der Welt. Gefeiert als emanzipatorischer Befreiungsschlag, verpönt als Klischeetruppe. Wie konnte das umstrittene Phänomen der Popkulturüber vier Jahrzehnte funktionieren, und was sagt es aus über den Zeitgeist, über Körperkult und Geschlechterverhältnis? Im Fokus steht einerseits die Männertanztruppe als Phänomen der Popkultur mit wechselhafter Wahrnehmung in den vergangenen 40 Jahren, auf der anderen Seite wird der Film die unfassbare Geschichte und Gründung der Chippendales erzählen. Die Historie der Chippendales ist ein echter Krimi. Alles beginnt in Indien, mit Gründer Somen Banerjee, der Ende der 60er Jahre seine Heimat verlässt und in Kalifornien landet, dem damals schon liberalen und sexuell offenen Bundesstaat. 1975 kauft er mit dem Anwalt Bruce Nahin eine heruntergekommene Rock `n Roll Bar. Mit „Chippendales – „male exotic dance night for ladies only“  findet Banerjee eine Marktlücke. Die Geschichte der Show entwickelt sich wie ein (schlechter) Spielfilm. Auseinandersetzungen mit Geschäftspartnern, ein Mord, der nicht aufgeklärt wird, Choreographen, die zur Konkurrenz wechseln, noch ein Mord. Der Gründer der Chippendales landet schließlich im Knast und erhängt sich in seiner Zelle. Doch die Chippendales überleben, bis heute. Halten die Emanzipationsbewegung aus, den metrosexuellen Mann, die Vorwürfe des Sexismus und sind heute erfolgreicher denn je. Das Spiel mit den Geschlechterrollen ist heute kein Makel mehr.  Im Kontext von Metoo haben sich die nackten Männer auf der Bühne einmal mehr in den gesellschaftlichen Diskurs getanzt. Sie sind ein echtes Popphänomen und sie scheinen nicht aus der Mode zu kommen.

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