Einmal Arbeit und zurück

Pendler zwischen Firma und Familie

Es ist kurz nach sechs Uhr morgens und Heiko Leder sitzt mit seiner Frau am Küchentisch. Sie unterhalten sich mit gesenkter Stimme, damit keines der fünf Kinder aufwacht. Dreißig Minuten Zeit füreinander, kostbare Zeit. Er gibt jedem seiner noch schlafenden Kinder einen Kuss und macht sich auf den Weg zur Bahn. „ Wenn dieser Zug, vor allem am Abend zu spät ist, sehe ich meine Kinder abends wieder nicht. Das macht mich immer ganz verrückt “ Heiko Leders Arbeitplatz ist der Flughafen in Frankfurt. Insgesamt fünf Stunden Pendeln jeden Tag. Bei Heiko Leder und seiner Familie konzentriert sich deswegen alles auf’s Wochenende. „Ich merke, wie ich zu Hause fehle. Als Vater. Und als Mann.“ Jeder kommt bei diesem Leben zu kurz, aber ein Umzug kommt für die Leders nicht in Frage, sie sind in Süddeutschland verwurzelt.
Was in vielen anderen Ländern längst üblich ist, wird auch in Deutschland für immer mehr Menschen zum Alltag. Die wirtschaftliche Situation fördert den Trend zum Nomadentum. So ist auch für unsere drei Protagonisten die Arbeit nicht bloß Notwendigkeit, sondern auch Leidenschaft und gleichzeitig eine tägliche Qual. Doch umziehen, das wollen diese Menschen irgendwann nicht mehr, statt dessen wächst die Sehnsucht nach Heimat.

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