Ma Vie: Siri Hustvedt

Sie ist eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen unserer Zeit: Siri Hustvedt. Mit ihrem ersten Roman „Die unsichtbare Frau“ machte sie 1993 erstmals auf sich aufmerksam. „Die Verzauberung der Lily Dahl“ verschaffte 1996 den weltweiten Durchbruch, es folgten 2003 der erfolgreichste Roman „Was ich liebte“ und ein Essayband, in dem sie aus der Ich-Perspektive eines Mannes schreibt. Schritt für Schritt hat sich Hustvedt ihren Platz in der Welt der Literatur erschrieben. Als Autorin mit einem Sinn für große Poetik, fast zärtlicher Zuwendung zu ihren Figuren, einem hohen Maß an zwischenmenschlichen Tönen und vor allem einem sensiblen Blick für alle seelischen Zustände eines Menschen. Es war nicht immer leicht für Siri Hustvedt, denn sie ist mit dem berühmten Schriftsteller Paul Auster verheiratet, mit dem sie auch eine Tochter hat. „Alleine schon, wenn ich Rezensionen gelesen habe...immer hieß es, die Frau von Paul Auster, als ob das meine Bücher irgendwie wichtiger machen würde.“ Doch Siri Hustvedt ist selbstbewusst genug, sich davon nicht abschrecken zu lassen. „Ich habe Paul den Erfolg immer gegönnt. Das ist doch auch klar, ich liebe seine Bücher und ich liebe ihn. Egal, was ich schreibe oder er schreibt, wollen wir wissen, was der andere denkt und nehmen Anregungen auch auf. Obwohl wir vom Typ her sehr unterschiedlich sind.“ Der Film begleitet Siri Hustvedt in ihrem Zuhause in Brooklyn, wo sie seit Jahrzehnten mit Paul Auster lebt. Wir besuchen ihre als Sängerin erfolgreiche Tochter Sophie und reisen mit ihr in die Gegend ihrer Kindheit aufs Land nach Minnesota. Dort treffen wir ihre Mutter und Schwestern. Siri Hustvedts Familie kam ursprünglich aus Norwegen. Ihre Wurzeln scheinen in ihren Büchern immer wieder durch, insbesondere in ihrem letzten Roman „Die Leiden eines Amerikaners“, für den sie Schriften ihres verstorbenen Vaters einbaute. Außerdem treffen wir einen ihrer besten Freunde Salman Rushdie, mit dem sie seit Jahren eng verbunden ist. Siri Hustvedt ist eine wache, kluge Frau: neben der Literatur, begeistert sie sich für Malerei und Neurologie, beides Themenfelder, die sie auch immer wieder als Essayistin verarbeitet.

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