Otto Dix - Der schonungslose Maler

Otto Dix (1891-1969) ist ein Chronist seiner Zeit. Wie kaum ein anderer deutscher Künstler, bannte er die Erfahrungen des ersten Weltkrieges, die emotionale Befindlichkeit des Menschseins in seinen Bildern in der Weimarer Republik auf nahezu brutal direkte Weise. Was kunsthistorisch als „Neue Sachlichkeit“ oder „Neuer Realismus“ beschrieben wird, ist der eher trockene Ausdruck für eine unvergleichliche realistische Intensität seiner Bilder. Bis heute haben sie nicht an Gültigkeit und Aktualität verloren.

Verletzte und verletzliche Charaktere, die Einsamkeit der menschlichen Existenz, das Dasein im Furor der Welt waren seine Themen und diese malte er gnadenlos direkt und ungeschönt. Seine Selbstportraits sind legendär, ikonografisch. Gerade Dix’ Zyklus der Kriegsbilder, sein Triptychon, entstanden aus den Erfahrungen des ersten Weltkriegs, spiegeln selbst Jahrzehnte später den unnachahmlichen Terror des Krieges. Sie sind berührend und verängstigend zugleich. Kaum ein anderer Künstler hatte durchgehend so lange an der Front gekämpft wie Dix. Er und seine Zeitgenossen wie George Grosz, Christian Schad oder Rudolf Schlichter sahen sich in der Pflicht, sozialkritisch zu agieren. Der unkorrumpierte Blick auf den Menschen endete für Dix, wie für viele Künstler der Weimarer Republik, im Desaster der entarteten Kunst des Nationalsozialismus.

Otto Dix - der schonungslose Maler möchte sich dem Einfluss und der Relevanz des „Neuen Realismus“ von Otto Dix zuwenden. Wie sehr prägte der erste Weltkrieg den Blick auf die Welt, die Malerei, auf die Gesellschaft der 20er-Jahre? Der Film will den Mensch im Kontext seiner Zeit, den Krieg und das Selbstportrait aus biographischer und auch gesellschaftshistorischer Sicht einfangen. Die sezierenden Bilder von Otto Dix lösten vor nahezu 100 Jahren eine Betroffenheit aus, die bis heute spürbar bleibt.


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