Kleider und Kulturen: Der Kimono

Zauber aus Seide

in Zusammenarbeit mit AVRO Niederlande und Parthenon Entertainment (GB)

Es ist ein Zauber aus seidenen Fäden. Ein körperlanges farbenprächtiges, einteiliges Gewand voller Stickereien. Der traditionelle Hand gewebte Kimono mit all seinen dazugehörigen Unterteilen kann mitunter 20 kg wiegen und schon mal 20.000 Euro kosten. Die Geishas tragen ihn noch heute mit Würde und 95 % der Japanerinnen in den großen Metropolen heiraten wieder im Kimono. Tatsächlich sind jedoch die meisten japanischen Kimonos von Hobbyisten oder Vertretern der traditionellen Kunst heute weit weniger aufwendig und teuer. Sie sind aus Baumwolle oder Polyester, industriell gefertigt, leicht überzustreifen, in mini oder auch mit weitem Brustausschnitt. Nachdem Japan im letzten Jahrhundert die führende Wirtschaftsnation wurde, verdrängte das Land seine uralten Traditionen, blickte vorwärts, schneller, weiter, effektiver. Der Kimono wurde abgelegt, das schicke westliche Kostüm gewann die Oberhand. Seit der Asien-Krise in den 90er Jahren gibt es nun eine Rückbesinnung. Moderne Wirtschaft und uralte Traditionen werden eng miteinander verbunden. Dies scheint das Geheimnis des Erfolges des Landes zu sein: Eine Ambivalenz, die funktioniert. Eine Ambivalenz, wie man sie auch dem heutigen Kimono zuschreiben könnte, der heute wieder im Trend ist. Die Dokumentation zeigt den Kimono in all seinen Facetten: vom Entstehungsprozess des echten Hand gefertigten Seidenkimonos über den Alltag der Kimono tragenden Geishas bis hin zu den modernen „Ausschweifungen“ des Kimonos auf internationalen Laufstegen und Clubs.


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