Das Rennen der Ziegen - Wettstreit auf Tobago

Ungeduldig zerrt Akeem Holder an der Leine. Obama möchte nicht ins Wasser. Die Ziege ist es nicht gewohnt, im Meer zu baden, sie ist sehr wasserscheu. Doch das gehört für die Rennziegen von Tobago und jene, die welche werden sollen, dazu. Obama und Akeem müssen sich kennen lernen in den nächsten Wochen, denn beim nächsten großen Inselfestival werden sie am großen Ziegenrennen teilnehmen – als symbiotische Lauf-Partner.

Auf der Karibikinsel Tobago, dort wo - so der Legende nach - Daniel Defoes berühmtester Schiffbrüchiger der Weltliteratur Robinson Crusoe ums Überleben kämpfte, spielen einfache Ziegen seit 87 Jahren eine immens wichtige Rolle. 1925 begann das traditionelle Ziegenrennen, das der aus Barbados stammende Samuel Callender erfand, um den ärmeren Einwohnern auf Tobago eine Alternative zu dem Vollblut-Pferderennen der Oberschicht zu bieten. So wurde seitdem das Ziegenrennen zur Unterhaltung der "unteren Klassen" erklärt und fand über 20 Jahre auf einer einfachen Straße statt. Später verlagerte es sich nach Bay River. Heute hat es sich zu einem außergewöhnlichen Spektakel entwickelt: das Fischerdorf Buccoo Village ist zum großen Austragungsort geworden, bei dem Hausziegen und ihre Jockeys die Hauptrolle spielen. Im Duo laufen sie gegen andere Teams um die Wette und verwandeln Tobago zu einem weltweit einmaligen sportlichen Ereignis.

Für die die arte Wunderwelten möchten wir diesen kleinen Kosmos des Ziegenrennens auf Tobago beleuchten. Wir begleiten einen "Neuling" beim Training mit der Ziege, Trainer und Züchter in ihren Vorbereitungen und schließlich den großen Tag des Rennens. Dabei begeben wir uns in den Alltag der Tobagonians. Wir möchten vor allem das Leben zu Hause kennen lernen. Was bedeutet es für die Männer, an dem Ziegenrennen teilzunehmen und darauf hinzuarbeiten? Wir möchten das "echte" Tobago zeigen, das abseits der Bacardi-Reklame stattfindet. Es geht um die Ziegen und um die Insel Tobago, die den Ruf hat, nur Strand, Palmen und Rum-Laune zu bieten, die jedoch eine alte Tradition der armen Bevölkerung zu einer Attraktion gemacht hat, aus der viele Tobagonians ihre Identität ziehen. Es geht um Ruhm und Ehre der ärmeren Bevölkerung.

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