DIE SPINNEREI

Ein Industriegelände schreibt Geschichte

Die Spinnerei steht für den bahnbrechenden Erfolg der Neuen Leipziger Schule und Neo Rauch, aber auch für eine einzigartige Industriearchitektur, wie man sie in der Größenordnung und Erhaltung kaum mehr zu sehen bekommt. Neben Ateliers und Galerien, findet sich auf dem Gelände heute ein Kino, ein Tanzzentrum und ein Café.

Die Geschichte einer Vision

Am Beginn stand die Vision einiger mutiger Industrieller. Von Dr. Karl Heine, der das Sumpfland im Leipziger Westen urbar machte. Nachdem der Bedarf an Baumwolle im 19. Jahrhundert weltweit enorm gestiegen war und die Baumwollgarne vor allem aus England und der Schweiz importiert werden mussten, gründete er mit einer Gruppe Industrieller die Leipziger Baumwollspinnerei in Form einer Aktiengesellschaft. Am 21. Juni 1884 erfolgte der Eintrag der Leipziger Baumwollspinnerei in das Handelsregister. Noch im selben Jahr wurde die 1. Spinnerei errichtet und die Arbeit mit fünf Spinnstühlen aufgenommen.

Bereits im März des nächsten Jahres lief die Produktion mit 30.000 Spindeln und dazugehörigem Vorwerk bereits auf vollen Touren. Doch das war erst der Anfang. In den Jahren bis 1907 entstanden hier weitere Spinnereien, Kämmereien, Produktionshallen und Verwaltungsgebäude.

Die Leipziger Baumwollspinnerei war in diesen Jahren zur größten Spinnerei Europas gewachsen.

Unruhige Zeiten

Krieg, Inflation und soziale Unruhen gingen nicht spurlos an dem Unternehmen vorbei. Auch die Nationalsozialisten investierten in die Spinnerei. Man stellte Garne für Militäruniformen her. 1946 wurde sie zum Volkseigenen Betrieb. Mit dem Mauerfall endete  auch die Garnproduktion in der Spinnerei. Anfang der 2000er nutzen Galerien und Künstler die beeindruckenden Räumlichkeiten. Heute gehört die Spinnerei zum interessantesten Kulturort Europas.

Buch/Regie:
Nicola Graef

Produziert:
2019, MDR
45 min.


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