Termine

Eltern im Dilemma der Pränatal-Diagnostik

28.04.2020 • 22:15 •
ZDF • 30 Min.

„Mein Beileid“ hieß es noch bis weit in die 70er, wenn eine Frau ein behindertes Kind zur Welt brachte. Man sprach von einem Schicksalsschlag, dem sich Eltern nun stellen müssten. In den letzten zehn Jahren hat sich die Pränatal-Diagnostik, das Erkennen von möglichen Behin“derungen des ungeborenen Kindes rasant weiterentwickelt. So kann zum Beispiel ein einfacher Bluttest, der sogenannte Praena-Test, bei der Früherkennung von Trisomie 21 (Down-Syndrom), Trisomie 18 und 13 helfen; wobei die Ergebnisse nicht hundertprozentig sicher sind. Auch kann der Test nicht über den Schweregrad einer Behinderung Auskunft geben. 2019 soll entschieden werden, ob der Praena-Test auch von den Krankenkassen bezahlt wird. Alle diagnostischen Möglichkeiten können den Eltern aber nicht die Entscheidung abnehmen, ob sie ihr Kind bekommen wollen oder nicht. – Neun von zehn Paaren entscheiden sich derzeit bei Trisomie für eine Abtreibung. Wir begleiten drei Elternpaare, die die schwere Entscheidung treffen müssen oder bereits getroffen haben, ob sie ein behindertes Kind zur Welt bringen möchten. Wir begleiten sie durch die Schwangerschaft hindurch und über die Geburt hinaus und erleben, was es bedeutet, ein behindertes Kind zu haben.

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In Produktion

Legendäre Grand Hotels (4 x 43/52 min.)

2019 • 4 x 43/52 Min.

1. „Hotel Adlon in Berlin“ – Lorenz Adlon und sein Hotel zwischen den Welten 2. „Beau-Rivage in Genf“ – Familie Mayer und ihr Schicksalshotel 3. „The American Colony in Jerusalem“ – Anna Spafford und ihr Hotel im Kampf der Religionen 4. „Le Bristol in Paris“ – Hippolyte Jammet und sein Hotel des Schweigens Es gibt kaum eine Metropole oder einen begehrten Platz an der Sonne, der nicht mit einem legendären Traditions-Hotel auffahren kann. Bereits von dem Begriff „Grand Hotel“ geht ein besonderer Zauber aus. Die Hotels sind nicht nur Architektur, Familiengeschichte und Tradition, sondern viel mehr auch Chronisten unserer Zeit. Große Persönlichkeiten gingen in den Grand Hotels Europas ein und aus - zu einer Zeit, in der das Reisen noch zelebriert wurde. Die Hotels waren Dreh – und Angelpunkte des gesellschaftlichen Lebens der Oberschicht. Und so ranken sich große Legenden um diese Hotels, die von dem ganz großen Glanz und von den kleinen Anekdoten umgeben sind. In den Häusern wurde gelebt, geliebt und gelitten, es wurde gefeiert genauso wie gestorben. Bekannte Cocktails und Süßspeisen wurden nach den Gästen benannt, Tabus und Herzen gebrochen, weitreichende politische Entscheidungen getroffen und so manche Weltliteratur verfasst. Die Hotels haben zwei Weltkriege überstanden, Demokraten und Despoten kommen und gehen sehen und den gesellschaftlichen Veränderungen im 20. Jahrhundert Raum geboten. „Legendäre Grand Hotels“ ist eine vierteilige Hochglanzreihe, die viel Glamour, amüsante Anekdoten, Geschichte und spannende Einblicke hinter sonst verschlossene Türen verspricht: Wer waren die visionären Gründer, deren Pioniergeist den Hotels zu ihrem gegenwärtigen Ruf verhelfen konnte? Welche Familiengeschichte und Tragödien haben sich hinter den Mauern, fernab der Gäste, abgespielt? Welche architektonischen Meisterleistungen und Kniffe stecken in den Gemäuern?

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Eine einsame Stadt

2019 • 90 Min.

Augen in der Großstadt: „Wenn du zur Arbeit gehst am frühen Morgen, wenn du am Bahnhof stehst mit deinen Sorgen: da zeigt die Stadt dir asphaltglatt im Menschentrichter Millionen Gesichter: Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, die Braue, Pupillen, die Lider - Was war das? vielleicht dein Lebensglück... vorbei, verweht, nie wieder.“ Kurt Tucholsky „Eine einsame Stadt“ portraitiert ein Gefühl, das vor keiner Generation, keiner Gesellschaftsgruppe und keiner Berufssparte Halt macht. Ein Gefühl, das symptomatisch zu sein scheint in einer Zeit, in der mehr und mehr Begegnungen digital stattfinden, in der lange, verbindliche Partnerschaften immer ungewöhnlicher erscheinen, in der man sich nicht mehr heimisch fühlt in einer großen Familie, einem verlässlichen Freundeskreis oder einfach nur, weil man sich durch Jobwechsel oder Arbeitsbelastung nicht gekümmert hat um seine sozialen Beziehungen. Statistiken belegen: immer mehr Menschen fühlen sich einsam, sind einsam, leben einsam. Unsere Gesellschaft hat sich verändert. Die Individualisierungsschleife, einst als Befreiung gefeiert, macht erst heute mehr und mehr sichtbar, was auf der Strecke geblieben ist: Verbindlichkeit, Loyalität, Hinwendung. In den Großstädten werden immer mehr Single Wohnungen gebaut, weil sie gebraucht werden. Berlin dient in diesem Film als Realkulisse für Erfahrungen von Einsamkeit. Der Film lässt sich episodenhaft mit den Protagonisten durch die Stadt treiben. Alle Menschen in diesem Film leben ihre ganz eigene Einsamkeit: verlassen, verwitwet, Single, überfordert, gehetzt, auf der ewigen Suche. Alle eint das Gefühl in dieser Stadt nirgends so richtig dazuzugehören. Der Film möchte diesem Gefühl eine ganz eigene Geschichte zu geben. Poetisch, zugewandt, unaufdringlich, inne haltend, aber auch neugierig, unterhaltsam und abwechslungsreich.

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Die Neue Leipziger Schule

2018 • 90 Min.

Die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig hat sich im Blick auf Malerei gegen alle Trends in der Kunst immer selbstbewusst und hingebungsvoll behauptet. Malerei war für die Professoren niemals tot. Weder als alle von Videokunst und Performance sprachen, noch, als es hieß Kunst müsse politisch sein. Die Konsequenz sollte diesem Programm Recht geben. Entgegen aller Erwartungen wurden Malerinnen und Maler Mitte der 90er-Jahre, die an der HGB studiert hatten, nahezu über Nacht zu internationalen Stars. Einer renommierten Kunstkritikerin aus den USA war ein Bild von Neo Rauch auf der Messe in New York bei der Galerie Eigen und Art aufgefallen. Sie schrieb eine Hymne. Der Rest ist Geschichte. Judy Lybke wurde als Galerist ebenso berühmt wie viele seiner Künstler. Durch den Erfolg von Neo Rauch wurde der Kunstmarkt aufmerksam auf dessen Schüler und auf die Schüler Arno Rinks. Der älteren lehrenden Generation der Leipziger Schule. Der Erfolg einer jungen Malergeneration ist in der jüngeren Geschichte der zeitgenössischen Kunst unangetastet. Immer schon gab es einzelne herausragende Positionen, aber eine ganze Gruppe von Schülern einer Hochschule, die ein internationales Publikum nach Leipzig lockte, das war neu. Es lohnt sich nach über 15 Jahren den Blick zurückzuwagen. Was ist aus den Künstlern von damals geworden? Wie sehen sie rückblickend den Hype um ihre Bilder? Hat ihnen der Erfolg von damals langfristig gut getan, oder ist es auch schwer gewesen, wieder in der Normalität anzukommen? Ist ein solches Label heute Fluch oder Segen? Der Begriff Neue Leipziger Schule, der sich als feste Größe etabliert hat, ist eigentlich irreführend und suggeriert eine Gruppe in sich geschlossener Positionen. Das ist mitnichten der Fall und war es auch nie. Alle Malerinnen und Maler malten, aber jede Position war und ist völlig eigenständig und weit davon entfernt, eine formale Linie zu beschreiben. Umso wichtiger ist es, heute zu beobachten, wie sich das Werk der Malerinnen und Maler aus diesem Label frei entfaltet hat. Dieser erste umfassende Dokumentarfilm widmet sich der Frage, wie die Vergangenheit und Gegenwart zusammengehören oder sich eben gerade emanzipieren mussten. Wie die Maler und Malerinnen aus heutiger Sicht auf diese Zeit blicken und vor allem, wo sie künstlerisch heute stehen. Wir begleiten wichtige Künstler der Neuen Leipziger Schule im Atelier und auf Ausstellungen, besuchen Sammler der ersten Stunde und treffen die wichtigsten Galeristen in der berühmten Spinnerei in Leipzig.

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DIE SPINNEREI

2019 • 45 Min.

Die Spinnerei steht für den bahnbrechenden Erfolg der Neuen Leipziger Schule und Neo Rauch, aber auch für eine einzigartige Industriearchitektur, wie man sie in der Größenordnung und Erhaltung kaum mehr zu sehen bekommt. Neben Ateliers und Galerien, findet sich auf dem Gelände heute ein Kino, ein Tanzzentrum und ein Café. Die Geschichte einer Vision Am Beginn stand die Vision einiger mutiger Industrieller. Von Dr. Karl Heine, der das Sumpfland im Leipziger Westen urbar machte. Nachdem der Bedarf an Baumwolle im 19. Jahrhundert weltweit enorm gestiegen war und die Baumwollgarne vor allem aus England und der Schweiz importiert werden mussten, gründete er mit einer Gruppe Industrieller die Leipziger Baumwollspinnerei in Form einer Aktiengesellschaft. Am 21. Juni 1884 erfolgte der Eintrag der Leipziger Baumwollspinnerei in das Handelsregister. Noch im selben Jahr wurde die 1. Spinnerei errichtet und die Arbeit mit fünf Spinnstühlen aufgenommen. Bereits im März des nächsten Jahres lief die Produktion mit 30.000 Spindeln und dazugehörigem Vorwerk bereits auf vollen Touren. Doch das war erst der Anfang. In den Jahren bis 1907 entstanden hier weitere Spinnereien, Kämmereien, Produktionshallen und Verwaltungsgebäude. Die Leipziger Baumwollspinnerei war in diesen Jahren zur größten Spinnerei Europas gewachsen. Unruhige Zeiten Krieg, Inflation und soziale Unruhen gingen nicht spurlos an dem Unternehmen vorbei. Auch die Nationalsozialisten investierten in die Spinnerei. Man stellte Garne für Militäruniformen her. 1946 wurde sie zum Volkseigenen Betrieb. Mit dem Mauerfall endete  auch die Garnproduktion in der Spinnerei. Anfang der 2000er nutzen Galerien und Künstler die beeindruckenden Räumlichkeiten. Heute gehört die Spinnerei zum interessantesten Kulturort Europas.

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Acht Kinder...und neun Jahre später!

2019 • 45 Min.

Mit vier Jahren tragen Alvar und Linnea noch Windeln, Monika Adler schläft mit drei bis vier Kindern jede Nacht in einem Bett und Luise, das älteste der acht Adler-Kinder, hat als einziges ein riesiges eigenes Zimmer. Das war 2010, als wir Familie Adler aus Düsseldorf für eine Dokumentation begleiteten, in ihrem Alltag und auf einer aufregenden Reise aller zehn Familienmitglieder mit einem engen Hausboot über die Kanäle des Elsass. „Acht Kinder und glücklich“ – war es wirklich so? Ja, es war so. Wenn es auch nicht ohne Streit und Stress ging. Wie geht es Familie Adler neun Jahre später? Sie werden immer noch Pummi, Putzi, Pitter etc. genannt. Was ist heute Glück oder Luxus für sie? Was für Träume haben die Kinder nun? Das besondere dieses Films wird sein, durch Rückblicke und Neudreh diese Kinder nach einem Abstand von neun Jahren wieder zusehen. Die damals-heute Sequenzen machen den Reiz dieses Films aus. Neun Jahre sind eine lange Zeit für Kinder, man erkennt sie zum großen Teil nicht mehr wieder. Und Paul und Monika? Sieht man ihnen das Leben mit vielen Kindern ohne viel Muße und Zeit für sich im Älterwerden stark an? Oder ist dieses Leben in der Großfamilie für sie einfach nur das Geheimrezept für ein ausgeglichenes und zufriedenes Leben? Wir begeben uns wieder in Alltag und Urlaub mit Familie Adler.

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Das Kopftuch

2019 • 90 Min.

Das Kopftuch 90 Minuten, WDR, 3 SAT, Schulfernsehen Buch/Regie: Nicola Graef „Ich habe mich mit 40 Jahren entschieden das Kopftuch zu tragen und meinen Töchtern nie gesagt, dass sie das auch machen sollen. Bei uns ist das freiwillig und jedem selbst überlassen.“ Eine Haltung, die viele in Deutschland nicht glauben wollen. Das Kopftuch – kaum ein Kleidungsstück polarisiert mehr und sorgt für Diskussionsstoff. Es gilt als Metapher für den aufgeladenen Kampf der Kulturen. Kaum einer fragt da mehr nach, warum Frauen sich entscheiden, die Kopfbedeckung an zulegen, ob sie es freiwillig tun, aus Glaubensgründen, aus Respekt vor ihrer Kultur oder weil sie es einfach gerne tragen. Vieles scheint schon entschieden in dieser Debatte, bevor man überhaupt miteinander gesprochen hat. Das Kopftuch gilt heute für viele als das Zeichen von Unterdrückung der Frau. Auch viele Musilma sehen das im Übrigen so, was es für die Kopftuchträgerinnen nicht leichter macht. Doch machen wir es uns damit nicht zu leicht? Wie sehr sind wir am Ende bereit, uns mit der Religion und Kultur anderer Glaubensrichtungen zu beschäftigen? Der Film möchte zeigen, dass es zum ganz normalen Alltag vieler muslimischer Frauen gehört, das Kopftuch anzulegen. Freiwillig und selbstbestimmt. Der Dokumentarfilm „Das Kopftuch“ begleitet Frauen, die in Deutschland leben. Hier groß geworden sind, hier studieren und hier arbeiten. Sie alle sind betroffen von den Vorurteilen, doch sie alle stellen sich dem Gespräch und beschreiben ihre ganz persönliche Haltung zu diesem Stück Stoff. Verschiedene Generationen aus allen Teilen Deutschlands. Der Film begleitet Muslima aus ganz unterschiedlichen sozialen und ökonomischen Kontexten in ihrem beruflichen und privaten Alltag. Leben mit dem Kopftuch bedeutet für jede von ihnen zunächst das klare Zeichen einer Zugehörigkeit zum Islam und der religiösen Tradition. Doch für jede einzelne von ihnen steckt hinter der Kopfbedeckung eine ganz eigene Erfahrungswelt. Vom Kampf sich durchzusetzen, vom langen Weg es geschafft zu haben. Aber auch die immerwährenden Konflikte und Kommentare, die diese Entscheidung begleiten. Von Mühsal und Müdigkeit, von Ehrgeiz und Stolz, von Pragmatismus bis zur Mission. Jede Frau hat ihren eigenen Blick. Es ist der Versuch, dem gesellschaftlich und politisch höchst kontrovers aufgeladenen Kleidungsstück seine Normalität zurückzugeben ohne die Kontroversen auszuschließen.

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Eltern im Dilemma der Pränatal-Diagnostik

2019 • 30 Min.

„Mein Beileid“ hieß es noch bis weit in die 70er, wenn eine Frau ein behindertes Kind zur Welt brachte. Man sprach von einem Schicksalsschlag, dem sich Eltern nun stellen müssten. In den letzten zehn Jahren hat sich die Pränatal-Diagnostik, das Erkennen von möglichen Behin“derungen des ungeborenen Kindes rasant weiterentwickelt. So kann zum Beispiel ein einfacher Bluttest, der sogenannte Praena-Test, bei der Früherkennung von Trisomie 21 (Down-Syndrom), Trisomie 18 und 13 helfen; wobei die Ergebnisse nicht hundertprozentig sicher sind. Auch kann der Test nicht über den Schweregrad einer Behinderung Auskunft geben. 2019 soll entschieden werden, ob der Praena-Test auch von den Krankenkassen bezahlt wird. Alle diagnostischen Möglichkeiten können den Eltern aber nicht die Entscheidung abnehmen, ob sie ihr Kind bekommen wollen oder nicht. – Neun von zehn Paaren entscheiden sich derzeit bei Trisomie für eine Abtreibung. Wir begleiten drei Elternpaare, die die schwere Entscheidung treffen müssen oder bereits getroffen haben, ob sie ein behindertes Kind zur Welt bringen möchten. Wir begleiten sie durch die Schwangerschaft hindurch und über die Geburt hinaus und erleben, was es bedeutet, ein behindertes Kind zu haben.

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Störfaktor Kunst (3 x 52 min.)

2020 • 3x 52 Min.

Die Themen, die eine Gesellschaft politisch und emotional umtreiben, sind auch heute noch mehr oder weniger die gleichen wie in den vergangenen Jahrhunderten: Macht und Kapital, Sex und die Geschlechterrollen, der Glaube und die Religion. Die Kunst ist in diesen Fragen über viele Jahrzehnte ihrer Rolle als Provokateur, Enfant Terrible und Widersacher gerecht geworden. Doch wie sieht die gesellschaftspolitische Intervention der Gegenwart aus?  Wird es schwieriger in Zeiten von digitalem Bilderwahnsinn, den Betrachter zu schockieren, zu emotionalisieren?   In drei Filmen, die sich diesen wesentlichen Fragestellungen unserer Zeit zuwenden, setzen wir uns damit auseinander. Müssen Künstler möglicherweise andere Mittel einsetzen, um uns als Betrachter zu erreichen? Wie sieht Provokation heute aus?  War es früher einfacher mit Kunst zu provozieren, weil damals gesellschaftliche Tabus stärker ausgeprägt waren als heute und man sie deshalb leichter brechen konnte?  In drei Filmen, die sich mit Macht und Kapital, Sexismus und die Geschlechterrollen und Glaube und die Religion beschäftigen, wird der Zuschauer erfahren, wie Künstler in der Geschichte diese Themen provokativ verarbeitet haben und wie sie es heute immer noch tun, nur eben anders. 

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Colorado – Das Rodeo der schwarzen Cowgirls

2020 • 45 Min.

Der wilde Westen ist weiß. Die Welt der Cowboys, der Ranches, des Lagerfeuers, das Rodeo und das Rindertreiben – niemand denkt dabei an afroamerikanische Gesichter unter breitkrempigen Cowboyhüten in den USA. Und doch existiert nahe der Stadt Denver in Colorado eine prosperierende Gemeinde schwarzer Männer und Frauen, die diese Lebenswelt mit Pferden und Kälbern, Lassos und Cowboystiefeln, dicken Gürtelschnallen und harter Reiterarbeit weiterführt und ein neues Licht wirft auf eine zu Irrtum verbundene nordamerikanische Tradition mit rein weißer Geschichte. Das erste Rodeo in den USA soll im Jahre 1864 von weißen Cowboys benachbarter Farmen in Colorado abgehalten worden sein, doch ähnliche Veranstaltungen gab es in Südamerika bereits lange davor. Schon 1800 wurde von Rodeos berichtet, welche von den Viehhirten auf den Weiden Brasiliens abgehalten wurden. Alexander von Humboldt beschrieb in seinen Reiseberichten die damaligen Rodeos der „bewaffneten Indianer“. Auch wenn diese nicht mit den professionell organisierten Wettkämpfen in Nordamerika zu vergleichen waren, kann man sie heute dennoch als Ursprung des heutigen Rodeos ansehen. Wir alle kennen dennoch heute nur das Standardimage des amerikanischen Cowboys. Von John Wayne in Klassikern wie „True Grit/Der Marshal“ bis zu den gutaussehenden Marlboro-Männern in den kultigen Zigarettenwerbungen. Denn die Geschichtsbücher und "Hollywood" -Darstellungen von Ranchern und Farmern haben schon lange viele prominente Reiter übersehen - Afroamerikaner. Der Schätzung nach war unmittelbar nach dem amerikanischen Bürgerkrieg Mitte des 19. Jahrhunderts jeder vierte Cowboy schwarz. Als Amerika die Westgrenze besiedelte, gingen Tausende schwarzer Cowboys voran. Historische Berichte ignorierten diesen Fakt. Seitdem hat sich das Rad noch weiter gedreht. Mittlerweile gibt es seit 1984 das einzige rein schwarze Rodeo in den USA, das Bill Bickett Rodeo. Und auch schwarze Frauen haben diese eigentlich männlich dominierte Welt erobert. In unserer „ARTE Wunderwelt“ möchten wir deshalb die Welt der „black cowgirls“, der schwarzen Cowgirls in den USA erkunden. Wir begleiten Newcomerinnen und Profireiterinnen in ihrer Vorbereitung für das große Bill Picket Rodeo im Januar 2020 in Denver. Wir begleiten ebenfalls die afroamerikanischen Organisatorinnen des Bill Picket Rodeos aus Denver, die von hier aus den Rodeo-Wettbewerb für die schwarzen Cowgirls-und boys planen und immer mehr schwarze Frauen dafür begeistern wollen.

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Atelierbesuch bei...

2019 • 8 x 7-9 Min.

Das Atelier ist ein magischer Raum. Der intimste Ort künstlerischer Produktion und gleichzeitig das Wohnzimmer des Kreativen. Hier entstehen die Ideen für ein Werk, hier wird an der Idee gearbeitet und hier wird eine Idee auch immer wieder verworfen. Ob es die weiße Leinwand ist, das Stück Holz oder der Bildschirm. Der/die Künstler/in ist auf sich selbst zurückgeworfen und muss aus sich selbst heraus ein Werk schaffen. Keiner ist dabei. Es geht nur um den Menschen und das Material und was am Ende aus diesem Prozess des Dialogs entsteht. Die Reihe Atelierbesuche begibt sich auf eine Reise an diese Orte. In einer dokumentarischen Begleitung wird dem Zuschauer der Schaffensprozess nahe gebracht, man kann zusehen, wie ein Werk entsteht, zumindest einen Ausschnitt. Denn nicht selten vergehen Wochen, sogar Monate bis ein Werk vollendet ist. Es gibt keinen Kommentar, die Kunst erklärt sich aus sich selbst heraus, der/die Künstler/in ist die einzige Erzählstimme. Angereichert wird die beobachtende Haltung durch Fotos von Werken, die es bereits gibt, so dass der Zuschauer einen Einblick in das Oeuvre bekommt. Es wird sichtbar, wie lange der Weg sein kann von der Idee zum Werk. Wieviel Arbeit hinter einem Werk steht, aber auch, welche Themen den/die Künstler/in in diesem Moment bewegen.

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3 Jahre - 3 neue Länder

2020 • 3 x 45 Min.

Ganz selbstverständlich sprechen wir noch heute, fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung, von den „alten“ und den „neuen“ Bundesländern. Doch wie wurden 1990 eigentlich die ostdeutschen Bundesländer strukturiert? Wer bestimmte über die Grenzen? Wie wurden aus den 14 Bezirken und den 217 Kreisen der DDR die fünf „Neuen“? War das eine gleichberechtigte Entscheidung? Wie fühlten sich die ehemaligen DDR Bürger, als sie zu Thüringern oder Sachsen-Anhaltinern wurden, identifizierten sie sich mit ihrem neuen Bundesland? Die Gründung der neuen Bundesländer wurde von Konflikten und vielen Diskussionen begleitet. Es war ein Prozess, der innerhalb der ehemaligen DDR für viel Zündstoff sorgte, aber auch den Westen sehr beschäftigt. Spätestens mit der Zusammenkunft im ersten gemeinsamen Bundesrat wurde die deutsch-deutsche Politik Realität. Los ging es direkt nach dem Fall der Mauer. Auf den Montagsdemonstrationen wurden erste Rufe laut, die Bezirke abzuschaffen und die „alten“ Länder wieder zu gründen, also Mecklenburg, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Sachsen.  Nach der ersten freien Volkskammerwahl vom 18. März 1990 wollte die neue Regierung unter Lothar de Maizière auf jeden Fall die zentralistische Struktur mit den Bezirken zugunsten einer föderalen Länderstruktur abschaffen. Aber eine wichtige Frage lautete: Sollen die fünf ehemaligen Länder neu gegründet oder gleich größere Länder gebildet werden, die vielleicht wirtschaftlich bessere Chancen und sicherlich mehr politischen Einfluss in einem vereinigten Deutschland haben würden? Zum 31. Mai löste die DDR-Regierung in einem ersten Schritt auf dem Weg zur Länderbildung die Bezirkstage auf.  Am 3. August ernannte die Regierung für jedes in Gründung befindliche Land einen Sprecher. Am 22. Juli 1990 wurden die fünf neuen Länder auf Beschluss der Volkskammer durch das Ländereinführungsgesetz beschlossen. Damit endete die von der sowjetischen Militäradministration eingeführte Zentralisierung nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch wie blicken die Menschen heute auf diese Zeit zurück? Wie sehr identifizierten sie sich damals mit den neuen Ländern und wie ist es heute. Die dreiteilige Serie geht auf Zeitreise und konzentriert sich auf die wichtigen Jahre 1990, 1991 und 1992 mit einem Ausblick in die Gegenwart. 

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