Termine

Eine einsame Stadt

14.12.2020 • 19:30 •
zeise kinos Hamburg • 90 Min.

Augen in der Großstadt: „Wenn du zur Arbeit gehst am frühen Morgen, wenn du am Bahnhof stehst mit deinen Sorgen: da zeigt die Stadt dir asphaltglatt im Menschentrichter Millionen Gesichter: Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, die Braue, Pupillen, die Lider - Was war das? vielleicht dein Lebensglück... vorbei, verweht, nie wieder.“ Kurt Tucholsky „Eine einsame Stadt“ portraitiert ein Gefühl, das vor keiner Generation, keiner Gesellschaftsgruppe und keiner Berufssparte Halt macht. Ein Gefühl, das symptomatisch zu sein scheint in einer Zeit, in der mehr und mehr Begegnungen digital stattfinden, in der lange, verbindliche Partnerschaften immer ungewöhnlicher erscheinen, in der man sich nicht mehr heimisch fühlt in einer großen Familie, einem verlässlichen Freundeskreis oder einfach nur, weil man sich durch Jobwechsel oder Arbeitsbelastung nicht gekümmert hat um seine sozialen Beziehungen. Statistiken belegen: immer mehr Menschen fühlen sich einsam, sind einsam, leben einsam. Unsere Gesellschaft hat sich verändert. Die Individualisierungsschleife, einst als Befreiung gefeiert, macht erst heute mehr und mehr sichtbar, was auf der Strecke geblieben ist: Verbindlichkeit, Loyalität, Hinwendung. In den Großstädten werden immer mehr Single Wohnungen gebaut, weil sie gebraucht werden. Berlin dient in diesem Film als Realkulisse für Erfahrungen von Einsamkeit. Der Film lässt sich episodenhaft mit den Protagonisten durch die Stadt treiben. Alle Menschen in diesem Film leben ihre ganz eigene Einsamkeit: verlassen, verwitwet, Single, überfordert, gehetzt, auf der ewigen Suche. Alle eint das Gefühl in dieser Stadt nirgends so richtig dazuzugehören. Der Film möchte diesem Gefühl eine ganz eigene Geschichte zu geben. Poetisch, zugewandt, unaufdringlich, inne haltend, aber auch neugierig, unterhaltsam und abwechslungsreich.

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Legenden: Sigmund Jähn

27.12.2020 • 20:15 •
MDR • 90 Min.

Am 26. August 1978 verkündeten die Medien der DDR, was bis dahin absoluter Geheimhaltung unterworfen war: Der erste Deutsche war unterwegs in den Weltraum! 125 mal umkreiste ein sächsischer Kosmonaut in einer sowjetischen Raumstation die Erde und landete nach acht Tagen wieder in der kasachischen Steppe. Für Jähn war es nur ein kleiner Schritt in die Sojus-Kapsel, für die DDR-Bürger jedoch ein kleines Weltwunder. Bei seiner Rückkehr war Jähn ein Volksheld. Geboren als Arbeiterkind im sächsischen Vogtland, Kampfpilot der NVA, Mitglied von SED und Volkskammer und Kosmonaut der deutsch-sowjetischen Sojus-Mission. Mehr DDR ging nicht. Dank ihm war das kleine Land auf einmal ganz oben, im Weltall. Jähn und Russland, eine ganz besondere Beziehung. Die russische Sprache beherrschte er perfekt, er verbrachte dort wichtige Abschnitte seine Lebens: Militärakademie, die Ausbildung zum Kosmonauten, den Flug ins All, nichts zuletzt einen großen Teil seines Familienlebens. Bei alldem wurde aus Sigmund Jähn dennoch nie ein weltgewandter Charmeur, allerdings genauso wenig ein parteipolitischer Eiferer. Er blieb stets der freundliche und bescheidene, aber auch ein wenig verschmitzte Junge von nebenan. Der Film begibt sich auf Spurensuche. Im Vogtland, in Russland und seinem Zuhause der vergangenen Jahre in Strausberg. Wir treffen Begleiter und Weggefährten. Noch wenige Monate vor seinem Tod durften wir ihn mit der Kamera begleiten. So sind einzigartige Aufnahmen von ganz besonderer Wirkung entstanden.

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Ernst Ludwig Kirchner - Furchtbar genial

07.02.2021 • 16:15 •
arte • 52/43 Min.

Die Dokumentation stellt die spannende Biografie des Künstlers Ernst Ludwig Kirchner vor, sein Hin-und Hergerissen-Sein zwischen Erfolg, Genialität und gleichzeitig psychischer Labilität und Selbstaufgabe. Sie legt dann den Fokus auf die Kunstfigur Louis de Marsalle und seine Schriften. Inwiefern unterliegt Kirchners Werk den französischen Kunsteinflüssen? Die Lektüre von Kirchners Schriften ermöglicht, sein Werk zu «erden», es mit den gesellschaftlichen Prozessen des 20. Jahrhunderts in Verbindung zu bringen. Kirchner kann heute auf der Basis seiner Selbstdarstellungsstrategie als moderner Künstlertypus betrachtet werden, als Vorläufer des medienorientierten Künstlers, der sich selbst vermarktet und dessen Kunst bereits die Kunstkritik mit einbezieht. Darf man als Künstler sein eigenes Oeuvre und die Rezeptionsgeschichte manipulieren? Jahrzehntelang empfanden Kunstfreunde dies als unfein. Nach heutigem Kunstverständnis ist jedoch auch das Kunst. Die Dokumentation wirft aber vor allem einen kritischen Blick auf Kirchner selbst und ordnet sein zum Teil „skandalöses“ Verhalten –aus damaliger oder heutiger Sicht- und sein Werk in die Rezeptionsgeschichte dieses Künstlers ein. Kirchner ist heute einer der größten deutschen Maler der klassischen Moderne, erfährt viel Zustimmung vom Kunstmarkt, Museumsbetrieb und dem Publikum. Der Film möchte jedoch Ernst Ludwig Kirchner nicht „zu Tode feiern“, sondern zeigen, dass moderne Kunstgeschichte untrennbar mit dem Begriff des Skandals verbunden ist und „Skandale“ – in unterschiedlichen Zeiten – immer wieder neu eingeordnet werden, weil sich die Parameter ändern . Von Februar bis Mai 2021 läuft eine große Ernst Ludwig Kirchner/Emil Nolde Ausstellung im Statens Museum in Kopenhagen, im Anschluß von Juni bis Oktober 2021 im Amsterdamer Stedelijk Museum.

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In Produktion

Mein Kopf. Mein Tuch

2019 • 90 Min.

„Ich habe mich mit 40 Jahren entschieden das Kopftuch zu tragen und meinen Töchtern nie gesagt, dass sie das auch machen sollen. Bei uns ist das freiwillig und jedem selbst überlassen.“ Eine Haltung, die viele in Deutschland nicht glauben wollen. Das Kopftuch – kaum ein Kleidungsstück polarisiert mehr und sorgt für Diskussionsstoff. Es gilt als Metapher für den aufgeladenen Kampf der Kulturen. Kaum einer fragt da mehr nach, warum Frauen sich entscheiden, die Kopfbedeckung an zulegen, ob sie es freiwillig tun, aus Glaubensgründen, aus Respekt vor ihrer Kultur oder weil sie es einfach gerne tragen. Vieles scheint schon entschieden in dieser Debatte, bevor man überhaupt miteinander gesprochen hat. Das Kopftuch gilt heute für viele als das Zeichen von Unterdrückung der Frau. Auch viele Musilma sehen das im Übrigen so, was es für die Kopftuchträgerinnen nicht leichter macht. Doch machen wir es uns damit nicht zu leicht? Wie sehr sind wir am Ende bereit, uns mit der Religion und Kultur anderer Glaubensrichtungen zu beschäftigen? Der Film möchte zeigen, dass es zum ganz normalen Alltag vieler muslimischer Frauen gehört, das Kopftuch anzulegen. Freiwillig und selbstbestimmt. Der Dokumentarfilm „Das Kopftuch“ begleitet Frauen, die in Deutschland leben. Hier groß geworden sind, hier studieren und hier arbeiten. Sie alle sind betroffen von den Vorurteilen, doch sie alle stellen sich dem Gespräch und beschreiben ihre ganz persönliche Haltung zu diesem Stück Stoff. Verschiedene Generationen aus allen Teilen Deutschlands. Der Film begleitet Muslima aus ganz unterschiedlichen sozialen und ökonomischen Kontexten in ihrem beruflichen und privaten Alltag. Leben mit dem Kopftuch bedeutet für jede von ihnen zunächst das klare Zeichen einer Zugehörigkeit zum Islam und der religiösen Tradition. Doch für jede einzelne von ihnen steckt hinter der Kopfbedeckung eine ganz eigene Erfahrungswelt. Vom Kampf sich durchzusetzen, vom langen Weg es geschafft zu haben. Aber auch die immerwährenden Konflikte und Kommentare, die diese Entscheidung begleiten. Von Mühsal und Müdigkeit, von Ehrgeiz und Stolz, von Pragmatismus bis zur Mission. Jede Frau hat ihren eigenen Blick. Es ist der Versuch, dem gesellschaftlich und politisch höchst kontrovers aufgeladenen Kleidungsstück seine Normalität zurückzugeben ohne die Kontroversen auszuschließen.

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Störfaktor Kunst (3 x 52 min.)

2020 • 3x 52 Min.

Die Themen, die eine Gesellschaft politisch und emotional umtreiben, sind auch heute noch mehr oder weniger die gleichen wie in den vergangenen Jahrhunderten: Macht und Kapital, Sex und die Geschlechterrollen, der Glaube und die Religion. Die Kunst ist in diesen Fragen über viele Jahrzehnte ihrer Rolle als Provokateur, Enfant Terrible und Widersacher gerecht geworden. Doch wie sieht die gesellschaftspolitische Intervention der Gegenwart aus?  Wird es schwieriger in Zeiten von digitalem Bilderwahnsinn, den Betrachter zu schockieren, zu emotionalisieren?   In drei Filmen, die sich diesen wesentlichen Fragestellungen unserer Zeit zuwenden, setzen wir uns damit auseinander. Müssen Künstler möglicherweise andere Mittel einsetzen, um uns als Betrachter zu erreichen? Wie sieht Provokation heute aus?  War es früher einfacher mit Kunst zu provozieren, weil damals gesellschaftliche Tabus stärker ausgeprägt waren als heute und man sie deshalb leichter brechen konnte?  In drei Filmen, die sich mit Macht und Kapital, Sexismus und die Geschlechterrollen und Glaube und die Religion beschäftigen, wird der Zuschauer erfahren, wie Künstler in der Geschichte diese Themen provokativ verarbeitet haben und wie sie es heute immer noch tun, nur eben anders. 

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Von nun an ohne Dich (AT)

2020 • 45 Min.

Wenn sich ein nahe stehender Mensch dazu entscheidet aus dem gemeinsamen Leben zu gehen – ohne Abschied, ohne Hilferuf - bleibt bei den Hinterbliebenen nicht nur Trauer, sondern auch Wut und Verzweiflung. Sie fühlen sich ohnmächtig und fragen sich, wie sie den Verlust hätten verhindern können. Der Suizid verändert das Leben der Hinterbliebenen grundlegend. Der Vorfall begleitet die Betroffenen oft über viele Jahre hinweg und prägt ihre Biografie. Wir begleiten zwei Frauen, die einen geliebten Menschen zu früh verloren haben. Heilt die Zeit wirklich Wunden und was braucht es, damit aus Schmerz, Trauer und Wut wieder Hoffnung wird. Wie lässt sich der Zustand verarbeiten, dass nun “der eine Platz am Familientisch” leerbleibt? Für die Betroffenen beginnt eine neue Zeitrechnung – das Leben vor und nach dem Suizid.

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Unentschuldbar? (AT)

2020 • 45/30 Min.

Kann ich das verzeihen? Eine Frage, die sich sicherlich viele schon irgendwann einmal in ihrem Leben stellen mussten. Vergebung gilt als Grundelement des christlichen Glaubens. „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“, heißt es in einer Zeile des Vaterunsers. Doch hat Verzeihen eine Grenze? Gibt es Schicksalsschläge, Grausamkeiten oder Handlungen, die unverzeihlich sind? Und stehen Verzeihen und Schuld automatisch in einem direkten Zusammenhang? Egal welche Geschichte sich hinter dem Vorsatz des Verzeihens verbirgt, es ist eine Herausforderung, ein langer, vielleicht auch niemals endender, Weg. Es ist ein Kampf zwischen Gefühl und Verstand, der nicht geradlinig verläuft. Doch warum ist es wichtig diesen Kampf auszufechten? Warum sollte man eigentlich verzeihen? In unserem Film begleiten wir zwei Familien, die durch einen schweren Schicksalsschlag geliebte Menschen verloren haben. Schnell sind sie nach dem schockartigen Zustand der Trauer über deren Tod mit dem Thema Schuld konfrontiert. Kann ich jemandem Verzeihen, der mir das Liebste genommen hat? Bin ich fähig, vielleicht auch mir selbst einen Fehler mit grausamen Folgen zu vergeben? „Unentschuldbar?“ zeigt, wie groß die Herausforderung Verzeihen sein kann und zugleich wie wichtig Vergebung vor allem für die Betroffenen selbst bleibt.

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Caspar David Friedrich

2020 • 52 Min.

„Der Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch was er in sich sieht.“ (Caspar David Friedrich) Caspar David Friedrich ist ein Jahrhundertkünstler. Ein Wanderer zwischen verschiedenen Welten, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Seine Bilder sprechen von Gefühlen, die jeder von uns kennt, erzählen von Sehnsucht, Einsamkeit, Verlassen sein. Die Gemälde des Malers sind von einer Melancholie durchzogen, die ihm als Mantel dient, ein Mantel, in den er den Menschen hüllt, um seine Einsamkeitserfahrung und das Wissen um den Tod erträglicher zu machen. Gefunden hat Friedrich dieses Gefühl in sich selbst. Der Frühromantiker vertrat die Meinung, dass ein Maler nicht malen sollte, was er vor sich, sondern was er in sich sieht. Ein Vorsatz, den er schonungslos verfolgt und konsequent umgesetzt hat. Dadurch ist es ihm gelungen, eine universale Erfahrung auf Leinwand zu bannen: Die Unausweichlichkeit des Wissens darüber, dass wir die Welt allein betreten und alleine aus ihr gehen. Das macht Caspar David Friedrichs Werk zeitlos. Dass ein historischer Maler wie Caspar David Friedrich es schafft, auch im 21. Jahrhundert ungebrochen starke Reaktionen zu evozieren, sich Generation um Generation Menschen aller Nationen, Alters- und Herkunftsklassen mit seiner Kunst identifizieren ist ungewöhnlich und faszinierend zu gleich. Was genau aber macht seine Zeitlosigkeit aus? Worin liegt die Kraft seiner Bilder? Was tragen seine eigene Geschichte, seine Ausflüge in die Natur, sein Innenleben zur Entstehung solcher Meisterwerke bei? Welche Bedeutung haben Caspar David Friedrichs Bilder für uns heute? In miteinander verzahnten Sequenzen wird in Caspar David Friedrich – Wanderer zwischen den Welten der Einfluss, den Caspar David Friedrich auf unser Hier und Heute hat mittels zeitgenössischer Kunst nachgezeichnet, sein biografischer Werdegang aufgefächert und seine Darstellung der Natur im Blick auf die psychologische Lesart ins Zentrum gerückt. Isolation und Einsamkeit als zentrale Gefühle seines Werks zeigen, wie aktuell seine Bilder im Blick auf unsere vereinzelte Gesellschaft sind. Der Film spürt dem Phänomen seiner Zeitlosigkeit nach, erkundet die politische, psychologische und religiös-spirituelle Dimension im Werk Friedrichs und wirft die Frage auf, was seine Kunstwerke uns über die Vergangenheit, die Gegenwart, vor allem aber über das Menschsein selbst verraten.

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Stiller Aufbruch (AT)

2020 • 45 Min.

Leise, beinahe unbemerkt erlebte die jüdische Community in Deutschland in den vergangenen Jahren einen enormen Wandel. Sie ist vielfältiger geworden – sowohl ethnisch als auch kulturell und religiös. Egal ob streng orthodox oder liberal progressiv - vor allem die junge Generation steht vor der Aufgabe das Erbe ihrer jüdischen Identität zu erhalten, neu zu gestalten und zu einen. Doch welche Rolle spielt die weibliche Perspektive in dieser Entwicklung? Was denken junge, jüdische Frauen in Deutschland über Tradition und Glaube, über Feminismus und weibliche Vorbilder? Welchen Anteil haben sie an der Gestaltung eines „modernen Judentums“? Wir begleiten drei junge Frauen, mit ganz unterschiedlichen Blickwinkeln und Positionen auf die Auslebung ihres jüdischen Glaubens. Jede auf der Suche nach einem Weg, die eigene Identität als moderne Frau und das eigene Verhältnis zum Glauben auszuloten und zu formulieren. Wie lassen sich Tradition und Gegenwart, eigene Bedürfnisse und religiöse Regeln in Einklang bringen? Die Dokumentation zeigt, wie konträr und diffizil sich oftmals gelebter jüdischer Glaube in die Alltagsrealität der modernen weiblichen Welt fügt.

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Als der Norden schwimmen lernte

2020 • 45 Min.

„Schwimmen?! – das kann doch jedes Kind!“ – das stimmt heute, leider, nicht mehr. Wasser und Schwimmen – das sind zwei Dinge, die historisch betrachtet nicht unbedingt zusammengehören. Am 18. Juli 1912 warten über 1000 Menschen auf der Seebrücke im Ostseebades Binz auf Rügen gespannt auf die Ankunft des Bäderdampfers „Kronprinz Wilhelm“. Als die Brücke unter der Last der Schaulustigen zusammenbricht, stürzen über 100 Menschen ins Wasser, 16, davon zwei Kinder, ertrinken. Die meisten von ihnen können nicht schwimmen. Gut ein Jahr später, im Oktober 1913 wird in Leipzig ein Verein gegründet – die „Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft“, kurz DLRG. Damals können nur etwa drei Prozent der Bevölkerung schwimmen, jährlich ertrinken bis zu 5000 Menschen. Das ist der Beginn einer großen Offensive: die Deutschen sollen schwimmen lernen! Norddeutschland mit seinen Seebäder prägt das Bild der deutschen Küsten: Norderney, Helgoland, Westerland auf Sylt, Travemünde, Heiligendamm, Prora – mit über 1.500 Kilometer Küstenlinie ist der Norden mit seinen Stränden heute Deutschlands Badewanne. Der Film erzählt die Geschichte des Schwimmen-Lernens. Von der Entwicklung der Seebäder, über die Bäderkultur der Badeanstalten in den Städten und auf dem Land, dem Erfinder der Schwimmflügel und dem Badevergnügen für alle im gechlorten Becken.

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Atelierbesuche II

2020 • 3x6 Min.

In unserer zweiten Staffel Atelierbesuche sind wir wieder unterwegs und besuchen junge Künstler*innen, um sie bei der Arbeit zu beobachten. Das Atelier ist und bleibt der „heilige“ Ort für jeden Kunst Schaffenden. Hier werden Ideen zu Papier oder auf die Leinwand gebracht. Nachgedacht, verworfen, ausprobiert. Es ist ein Ort, an dem das entsteht, was so viel Arbeit, Zweifel und gleichzeitig Leidenschaft nach sich zieht: Kunst. Wir besuchen in Leipzig die Malerin Oskar Rink, die sich als Marie Rink für einen männlichen Künstlernamen entschieden hat und großformatige Leinwände mit abstrakten Farbflächen füllt, sowie Rauminstallationen baut, bei denen sie die Formen der Leinwand in die Dreidimensionalität überträgt. Mike Okay kommt aus Halle. Sein künstlerisches Schaffen reicht dabei von comicartigen, figürlichen Zeichnungen auf Portraitfotos bis zu Installationen und Objekten mit experimenteller Typografie und Cut-Outs in Karton. Dabei ist er fasziniert von einer unvollkommenen Unmittelbarkeit einfacher Kinderzeichnungen. Enrico Freitag. Der Maler aus Weimar beschäftigt sich oft mit der Arbeiterklasse, dem Handwerk. Mit Kohle auf Papier, oder Öl auf Leinwand. Aktuell interessiert ihn vor allem auch die Flüchtlingsthematik. Seine Bilder wirken manchmal wie aus einer längst vergangenen Zeit und sind doch bei genauerem Hinsehen im Hier und Jetzt verankert.

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EXZELLENT UND LEIDENSCHAFTLICH

2020 • 5x15 Min.

Sie sind die Meister und Meisterinnen ihres Faches. Sie haben dank ihres Talents, ihrer Begabung, ihrer Leidenschaft, ihres Durchhaltevermögens und ihrer Kompromisslosigkeit bewiesen, was sie können. Denn ohne diese Eigenschaften kann ein künstlerischer Mensch nicht zu den Besten seines/ihres Faches gehören. Sie spielen auf den größten Bühnen der Welt, sie führen in den besten Theatern Regie, ihre Filme werden von der Kinowelt verehrt, wenn sie ein Instrument in der Hand halten, hält das Publikum den Atem an und nicht wenigen verschlägt es bei ihrer Stimme gleich gänzlich genau diesen Atem. Das online only Format EXZELLENT und LEIDENSCHAFTLICH für ARD Kultur, basiert auf der Idee, Erfahrungen und Tipps aus dem Beruf weiterzugeben an diejenigen, die es in ihrer Zunft ebenso weit bringen wollen, an den Nachwuchs oder Fans des Genres, der Person. EXZELLENT und LEIDENSCHAFTLICH ist als Interview komponiert. Es geht in erster Linie darum, dem Zuschauer ein Gefühl dafür zu geben, wie eigentlich künstlerische Arbeit funktioniert. Wie entsteht ein erster Satz für einen Roman? Wie setzt man sich im Ensemble auf der Bühne durch? Was macht man, wenn man singen muss und Husten hat? Woher weiß ich, welche Farbe in der Mischung am besten aussieht? Und wie überwindet man eine Schaffenskrise? In der ersten Staffel treffen wir: Daniel Hope, Sven Regener, Sebastian Fitzek, Maren Kroymann, Lars Eidinger und Joy Denalane

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AB INS MUSEUM !

2020 • 5x10 Min.

Der typische Museumsbesucher ist überdurchschnittlich gebildet, hat ein gehobenes Einkommen, interessiert sich mit großer Eigenmotivation für kulturelle Themen und kommt selten allein. Das zumindest verrät, statistisch gesehen von unbeirrter Konstanz, auch 2020, ein Blick in die kleinen und großen Ausstellungshallen quer durch die Republik. Trotz allerhand Bemühungen um mehr Besuchervielfalt, etwa durch engagierte Marketingkonzepte motivierter Museumsmacher- und Leiter: das Ringen um ein Publikum von gesamtgesellschaftlicher Lebens-und Alltagsrealität, der bürgerliche Diskurs über ein Werk jenseits von fachlicher Deutungshoheit oder wenigstens betont akademischer Reflexion – es bleibt vielfach noch ein Wunsch in Gedanken. Das online only Format AB INS MUSEUM… basiert auf der Idee sinnbildlich uns alle ins Museum zu holen – der Ort Museum wird darin zu einem völlig unprätentiösen Ort für Jedermann. Jeder kann Kunst betrachten, jeder kann etwas sehen, fühlen und wahrnehmen, auch ohne kunsthistorische Vorkenntnisse. Im Mittelpunkt steht die menschliche Intuition, ein unverstellter Blick, eine authentische Begegnung mit der Kunst und pure Neugierde als Gradmesser für rezipierende Kompetenz – unabhängig von Herkunft oder Bildungsgrad. Es gilt ganz offensiv und ungeschminkt Schwellenängste abzubauen, Diskurse und Begegnungen zwischen Kunst und Mensch anzuregen, die neue Blickwinkel und Perspektiven eröffnen. Am Ende einer jeden Museumsbegegnung steht ein unverhoffter Moment, eine überraschende Erkenntnis aus dem ‚Rendéz-vous mit der Unbekannten‘ für BesucherIn, ProtagonistIn und/ oder ZuschauerIn – nach dem Motto: ‚das Museum für alle ist zunächst das Museum jedes einzelnen.‘ Das ehrliche Urteil, das uns insgeheim aus der Seele spricht und eine Atmosphäre unterhaltsamer und unerwarteter Kommentare liefert, ohne Schere im Kopf.

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Das Ende des Genies? Kunst und künstliche Intelligenz

2020 • 40 Min.

Kunst die sich mit neuen Technologien auseinandersetzt, die mit Artificial Intelligence und Robotik arbeitet, liegt im Trend. Opernstar Andrea Bocelli lässt sich von einem Humanoiden dirigieren. Das Theaterkollektiv Rimini Protokoll fertigt für ihr Stück Uncanny Valley ein animatronisches Double des Schriftstellers Thomas Melle, das dem Original verblüffend ähnlich sieht. Und ein chinesischer Smartphone-Fabrikant sorgt für Schlagzeilen, weil er Franz Schuberts „Unvollendete“ von künstlicher Intelligenz vollenden lässt und in London zur Aufführung bringt. Marina Abramovic stellt sich als Hologramm aus. Was bisher noch spielerisch war scheint Realität werden zu können. Der Künstler ist ein Genie und somit unersetzlich – doch das könnte sich künftig ändern. Erste Beispiele gibt es schon: Das von künstlicher Intelligenz erstellte Porträt von Edmond de Belamy wurde vom New Yorker Auktionshaus Christie’s für 432.500 Dollar versteigert und übertraf den geschätzten Wert damit um mehr als das Vierzigfache. Urheber des Bildes: Künstliche Intelligenz. Hinter dem Coup steckt das Künstlerkollektiv Obvious. Nun wird darüber gestritten, wer nun eigentlich der Künstler ist, denn Obvious haben die AI schließlich zum Einsatz gebracht. Ereignisse, die erahnen lassen, wie die Kunst der Zukunft aussehen könnte, aussehen wird. Was die einen für revolutionär halten, halten die anderen für effekthascherisch, kitschig und gefährlich. Denn der zunehmende Einsatz neuer Technologien in der Kultur droht, den Künstler abzuschaffen. Doch wieviel Robotik verträgt die Kunst? Immerhin ist sie ein Ausdruck menschlichen Erlebens und ein Versuch, die Conditio Humana zu verhandeln. Kann sich eine Maschine wirklich als eigenständiger Akteur in den komplexen Prozess einfügen, der für das Schaffen eines Kunstwerks nötig ist?

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Wie gerecht ist Familie? (AT)

2020 • 45 Min.

Ein Kind, zwei Kinder, drei Kinder, keine Kinder? Verschiedene Familienkonzepte, verschiedene Lebensmodelle – doch welches ist am gerechtesten? Wir gehen der Frage nach, wie fair Familien in Deutschland wirklich behandelt werden, wie gerecht die deutsche Familienpolitik ist. Wir begleiten dabei vier Familien: Die Kinderreichen, die „klassische Familie“ mit zwei bis drei Kindern, die Alleinerziehende mit Kindern und die junge Familie mit dem ersten Kind. Laut dem aktuellen Familienreport haben 53 Prozent der 8,1 Millionen Familien in Deutschland EIN Kind. Woran liegt es? Fehlt es dem Staat am Geld, Familien mit mehreren Kindern attraktiver zu machen oder ist es doch der politische Wille? Wenn ja, wie will der Staat dies ändern? Wir begeben uns auf Spurensuche und wollen mit Hilfe von Experten herausfinden, welches Familienkonzept in Deutschland besser vom Staat „belohnt“ wird.

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Mutter mit Handicap (AT)

2020 • 45/30 Min.

Alle Menschen, auch Menschen mit Behinderungen haben das Recht eine Familie zu gründen, Kinder zu haben und der Staat muss Sie dabei auch unterstützen, so legt es die UN-Behindertenrechtskonvention fest. Was so selbstverständlich klingt, ist in den Köpfen vieler Behördenmitarbeiter und Ärzten in Deutschland noch längst nicht angekommen. Wir wollen Frauen begleiten, die aufgrund ihrer körperlichen Behinderung es schwer haben, Mutter zu werden bzw. Mutter zu sein. Wir wollen in dem Film zwei Fälle porträtieren: Eine schwangere Frau und eine Mutter mit Kleinkind. Wie gehen die Frauen damit um, dass sie von außen als zum Teil unfähig gesehen werden, Mutter zu sein und sich um ihr Kind zu kümmern? Welche Hürden müssen sie überstehen, um ihren Kinderwunsch zu erfüllen? Welche Ängste, Zweifel begleiten sie? Wer unterstützt die Frauen während und nach der Schwangerschaft? Die Anzahl der handicapten Frauen, die ihren Kinderwunsch ausleben, ist in den letzten fünf Jahren deutlich angestiegen. Doch keine Gruppe scheint so sehr unbeachtet zu sein, wie diese. Woran liegt das? Dürfen Frauen, die eine Behinderung haben, die möglicherweise auch vererbbar ist, ein Kind bekommen? Die Meinungen gehen da stark auseinander. Warum eigentlich? Für körperlich behinderte Frauen ist das Mutter-Sein ein Stück „Normalität“, etwas, was sie körperlich gesunden Frauen annähert. Es bringt sie näher an die Gesellschaft. Und doch ist dieses Bild – die Mutter im Rollstuhl, die Kleinwüchsige mit Kind - ungewohnt. Wir begleiten zwei Frauen mit der Kamera, sprechen mit ihren Unterstützern und erzählen ihre eindrucksvollen Geschichten.

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In der Mitte Amerikas

2021 • 2x45/52 Min.

Sie sind die letzten geheimen Naturparadiese in Mittelamerika. Abseits vom touristischen Mainstream liegen Honduras und Nicaragua. Die zweiteilige Reihe taucht ein in spektakuläre Landschaften, entdeckt Regenwälder, Wildwasserflüsse, Seen und Hochgebirge; stille Dörfer der Indígenas, rauchende Vulkane, Canyons, Küsten an Karibik und Pazifik, Mangrovensümpfe, und Ruinen aus der Hochkultur der Maya. Die Reihe wird natur-und tierkonzentriert erzählt - die Menschen, die durch Flora und Fauna führen, sind stolz auf ihr Land, das sie Heimat nennen und in dem sie verwurzelt sind. Was sind die wahren Schätze dieser mittelamerikanischen kleinen Natur-Paradiese, über die wenig bekannt ist? Diese zwei Länder gehören zu den ärmsten Staaten Mittelamerikas. In der Vergangenheit wurden sie oft zum Spielball der Großmächte und international nur darauf reduziert. Viele ihre Einwohner flüchten in Richtung USA, weil sie dort ein besseres Leben erhoffen. Bandenkriege und Drogenkartelle stehen dadurch im Vordergrund der Berichterstattung. Doch gibt es diese Wirklichkeit dahinter: zwei Länder, die in ihrer Ursprünglichkeit, ihrer Flora und Fauna so verschieden und jeweils einzigartig sind. Die Reihe beginnt in Nicaragua, dem Land, in dem zwischen Pazifik und karibischem Meer zwei der größten Süßwasser-Seen Mittelamerikas liegen: der Lago de Managua und der 800 qkm große Lago de Nicaragua, Zentralamerikas größtes Binnengewässer. Hier leben Bullenhaie, Kormorane, Kolibris und Leguane. Der Lago Managua war vor Jahren nahezu biologisch tot, verdreckt mit Abwasser und Müll. Doch heute können die Menschen wieder darin baden. Honduras beherbergt die größten noch intakten und zusammenhängenden Regenwälder Mittelamerikas. Die tropischen Regenwälder sind breitblättrige Wälder, die zu den gefährdetsten Lebenswelten auf der Erde zählen. Das Gebiet erstreckt sich entlang der Karibikküste von Nicaragua weit hinein in den Osten von Honduras und dient als Refugium vieler seltener und zum Aussterben bedrohter Tierarten wie Tapir, roter Arapapagei, Königsgeier, Harpyie Adler oder Jaguar. Die Dschungel, Sumpf und Savannenlandschaften der Mosquitia sind einzigartig.

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Kinder der Krise

2021 • 90 Min.

Klimakrise, Rassismus, Genderfragen, jetzt auch noch Corona. Die Generation der heute 15-25jährigen wächst mit vielen Krisen und komplexen Fragestellungen auf. Der Dokumentarfilm "Kinder der Krise" versucht diesem Gefühl auf den Grund zu gehen. Wir begeben uns auf eine Reise quer durch Deutschland und begleiten junge Menschen der Jahrgänge 1995-2010 in ihrem Alltag. Fragen nach ihren Ängsten, Bedürfnissen, Wünschen und Zielen. Erstmals erleben sie eine Zeit, in der gesellschaftliche Kontinuitäten in Frage gestellt werden. Eine Zeit, in der völlig unsicher ist, wer Deutschland regieren wird, in der die AfD in den Bundestag eingezogen ist, in der Rechtsextremismus und Rassismus keine Randerscheinungen mehr sind. Eine Zeit, in der demokratiefeindliche Macho-Männer wieder große Machtzentren anführen. Es ist eine Zeit, in der es eine Bewegung „Fridays for Future“ gibt, basierend auf der Frage, was mit unserem Planeten passiert, wenn wir uns nicht ums Klima kümmern, wissend, dass es keinen Plan B gibt. Es ist eine Generation, die bei aller work-life-Balance auch damit leben muss, dass es keine unbefristeten Verträge mehr gibt, dass viele akademische Fächer, wie die der Geisteswissenschaften mehr oder weniger ausgedient haben. Dann kam auch noch Corona. Die Pandemie beendete ad hoc viele Pläne, zerstörte feste Aussichten auf eine Lehrstelle, das soziale Leben wurde lahm gelegt und noch ist nicht annähernd absehbar, welche Auswirkungen die Pandemie noch haben wird auf diese Generation. Kinder der Krise möchte ein Kaleidoskop ebenjener Erfahrungen bündeln und ein Coming-of-age Film sein, in dem diese neue Unsicherheit und der Umgang damit zum Thema wird.

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