Caspar David Friedrich

Wanderer zwischen den Welten

„Der Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch was er in sich sieht.“ (Caspar David Friedrich)

Caspar David Friedrich ist ein Jahrhundertkünstler. Ein Wanderer zwischen verschiedenen Welten, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Seine Bilder sprechen von Gefühlen, die jeder von uns kennt, erzählen von Sehnsucht, Einsamkeit, Verlassen sein. Die Gemälde des Malers sind von einer Melancholie durchzogen, die ihm als Mantel dient, ein Mantel, in den er den Menschen hüllt, um seine Einsamkeitserfahrung und das Wissen um den Tod erträglicher zu machen. Gefunden hat Friedrich dieses Gefühl in sich selbst. Der Frühromantiker vertrat die Meinung, dass ein Maler nicht malen sollte, was er vor sich, sondern was er in sich sieht. Ein Vorsatz, den er schonungslos verfolgt und konsequent umgesetzt hat. Dadurch ist es ihm gelungen, eine universale Erfahrung auf Leinwand zu bannen: Die Unausweichlichkeit des Wissens darüber, dass wir die Welt allein betreten und alleine aus ihr gehen. Das macht Caspar David Friedrichs Werk zeitlos. Dass ein historischer Maler wie Caspar David Friedrich es schafft, auch im 21. Jahrhundert ungebrochen starke Reaktionen zu evozieren, sich Generation um Generation Menschen aller Nationen, Alters- und Herkunftsklassen mit seiner Kunst identifizieren ist ungewöhnlich und faszinierend zu gleich. Was genau aber macht seine Zeitlosigkeit aus? Worin liegt die Kraft seiner Bilder? Was tragen seine eigene Geschichte, seine Ausflüge in die Natur, sein Innenleben zur Entstehung solcher Meisterwerke bei? Welche Bedeutung haben Caspar David Friedrichs Bilder für uns heute? In miteinander verzahnten Sequenzen wird in Caspar David Friedrich – Wanderer zwischen den Welten der Einfluss, den Caspar David Friedrich auf unser Hier und Heute hat mittels zeitgenössischer Kunst nachgezeichnet, sein biografischer Werdegang aufgefächert und seine Darstellung der Natur im Blick auf die psychologische Lesart ins Zentrum gerückt. Isolation und Einsamkeit als zentrale Gefühle seines Werks zeigen, wie aktuell seine Bilder im Blick auf unsere vereinzelte Gesellschaft sind. Der Film spürt dem Phänomen seiner Zeitlosigkeit nach, erkundet die politische, psychologische und religiös-spirituelle Dimension im Werk Friedrichs und wirft die Frage auf, was seine Kunstwerke uns über die Vergangenheit, die Gegenwart, vor allem aber über das Menschsein selbst verraten.

Buch/Regie:
Nicola Graef, Frauke Schlieckau

Produziert:
2020, ZDF/arte
52 min.


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