Kunst und Krankheit (AT)

Spätestens seit der Coronavirus die Welt aus den Angeln gehoben hat, ist klar: Unsere Gesundheit ist kein Thema, das nur am Krankenbett verhandelt wird. Die dem Menschen seit jeher innewohnende individuelle Angst vor Gebrechen, Leiden und Tod hat eine gesamtgesellschaftliche Dimension. Eine Pandemie vereint uns in Panik, spaltet im Glauben an Wissenschaft, verändert unser Zusammenleben und Demokratieverständnis. Plötzlich kommen auch Erinnerungen hoch an längst vergangene Jahrhunderte, Pest und Cholera, aber auch aus der jüngeren Geschichte wie Aids und Depression. Die Dokumentation beleuchtet das Thema Krankheit quer durch die Kultur- und Kunstgeschichte. Der Bogen reicht vom Glauben an die schicksalhafte, von Gott gegebene Strafe über das Interesse an medizinischen Fortschritten bis hin zu Darstellungen selbsterlebter Erfahrungen der Künstler. Kaum ein Thema ist so emotional und gleichzeitig gesellschaftspolitisch aufgeladen wie der kranke Mensch. Wie sich ändert sich der Blick und die künstlerische Interpretation von Krankheiten im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklungen? Wie stark wird die Kunst, wenn Künstler*innen ihre eigene Krankheit zum Thema machen? Wenn der geschundene Körper und malade Seele eine besondere Schaffenskraft hervorrufen, die zur Überlebensstrategie wird? Wie sehr spalten große Infektionen eine Gesellschaft und wie werden diese Umbrüche in der Kunst aufgenommen? Die Dokumentation schafft einen Bogen von der Kunstgeschichte bis ins Hier und Heute.

Buch/Regie:
Nicola Graef

Produziert:
2021, SWR/arte
52 min.


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